20 Übungen für Mensch & Hund

Gemeinsam lernen.
Den Alltag entspannt meistern.

Ein klar aufgebauter Trainingsplan: 10 Grundlagen-Lektionen plus 10 zusätzliche Übungen für mehr Orientierung, Ruhe und Kooperation im Alltag.

Trainerin übt Aufmerksamkeit mit einem jungen Hund
Kurz & regelmäßigMehrmals täglich wenige Minuten sind wirksamer als lange Einheiten.
Positiv verstärkenErwünschtes Verhalten markieren und passend belohnen.
Schrittweise steigernDauer, Entfernung und Ablenkung immer nur langsam erhöhen.
Grundlagen

10 Lektionen für den Alltag

Die ersten zehn Lektionen bauen Orientierung, Signalkontrolle und Ruhe auf – kleinschrittig und alltagstauglich.

Pfoten Plan Übung 1: Name und Aufmerksamkeit
Lektion 1

Name und Aufmerksamkeit

ZielDer Hund lernt, sich bei seinem Namen zum Menschen zu orientieren.

Der Name wird als positives Aufmerksamkeitssignal aufgebaut. Er bedeutet zunächst nicht „Komm“, sondern: „Orientiere dich zu mir.“

Name sagen – Blick belohnen

  1. Sage den Namen einmal freundlich.
  2. Sobald dein Hund sich zu dir orientiert, markiere den Moment mit „Ja“ oder einem Clicker.
  3. Gib sofort eine kleine Belohnung.
  4. Lass den Hund wieder wegschauen und wiederhole.
  5. Steigere später langsam die Ablenkung.
2–3 Min. · mehrmals täglich
Pfoten Plan Übung 2: Sitz
Lektion 2

Sitz

ZielDer Hund setzt sich auf ein Signal hin.

„Sitz“ ist ein leicht verständliches Grundsignal und kann später beim Anleinen, an Türen oder in kurzen Wartesituationen hilfreich sein.

Sitz über Bewegung aufbauen

  1. Halte ein Leckerli knapp vor die Nase.
  2. Führe es langsam nach oben und leicht nach hinten.
  3. Berührt das Hinterteil den Boden, markiere und belohne.
  4. Wiederhole ohne Druck auf Rücken oder Hinterteil.
  5. Erst wenn die Bewegung sicher klappt, sage vorher „Sitz“.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 3: Platz
Lektion 3

Platz

ZielDer Hund legt sich auf Signal hin.

Das Hinlegen schafft eine gute Grundlage für Ruhephasen und kann später im Café, im Büro oder bei Besuch nützlich sein.

Ruhig ins Platz führen

  1. Beginne mit dem Hund im Sitz.
  2. Führe das Leckerli von der Nase senkrecht zum Boden.
  3. Bewege es anschließend langsam etwas nach vorne.
  4. Sobald Brust und Bauch unten sind, markiere und belohne.
  5. Führe das Wort „Platz“ erst bei zuverlässiger Bewegung ein.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 4: Bleib
Lektion 4

Bleib

ZielDer Hund wartet für kurze Zeit an seinem Platz.

Dauer und Entfernung werden getrennt aufgebaut. So versteht der Hund die Aufgabe, ohne dass sie zu schnell zu schwer wird.

Dauer vor Distanz

  1. Lass deinen Hund sitzen.
  2. Zeige kurz die offene Hand und sage „Bleib“.
  3. Warte zunächst nur eine Sekunde und belohne.
  4. Steigere langsam auf 2, 3, 5 und 10 Sekunden.
  5. Erst danach entfernst du dich schrittweise. Beende mit „Okay“.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 5: Rückruf
Lektion 5

Rückruf

ZielDer Hund kommt zuverlässig zum Menschen zurück.

Der Rückruf ist ein wichtiges Sicherheitssignal und sollte besonders attraktiv belohnt werden. Draußen wird er zunächst in sicherer Umgebung oder mit einer am gut sitzenden Geschirr befestigten Schleppleine trainiert.

Kurzer Rückruf mit Jackpot

  1. Starte in ruhiger Umgebung.
  2. Entferne dich einige Schritte.
  3. Sage einmal freundlich dein Rückrufsignal, z. B. „Hier“.
  4. Gehe ein bis zwei Schritte rückwärts.
  5. Kommt der Hund, lobe und belohne besonders hochwertig.
5–8 Wiederholungen
Pfoten Plan Übung 6: Leinenführigkeit
Lektion 6

Leinenführigkeit

ZielDer Hund lernt, mit lockerer Leine zu gehen.

Eine lockere Leine ermöglicht Bewegung. Dauerhaftes Ziehen soll dagegen nicht schneller zum Ziel führen.

Lockere Leine lohnt sich

  1. Beginne an einem ruhigen Ort.
  2. Belohne den Hund regelmäßig neben dir, solange die Leine locker ist.
  3. Wird die Leine straff, bleibe stehen.
  4. Orientiert sich der Hund wieder zu dir und die Leine wird locker, gehe weiter.
  5. Trainiere zunächst nur kurze, erfolgreiche Abschnitte.
5–10 Min.
Pfoten Plan Übung 7: Aus und Tauschen
Lektion 7

Aus und Tauschen

ZielDer Hund gibt Gegenstände freiwillig ab.

Statt Gegenstände gewaltsam wegzunehmen, lernt der Hund, dass Abgeben eine gute Entscheidung ist.

Spielzeug gegen Belohnung

  1. Gib ein ungefährliches Spielzeug.
  2. Biete ein attraktives Leckerli zum Tausch an, ohne das Wortsignal schon zu verwenden.
  3. Lässt der Hund freiwillig los, markiere und belohne sofort.
  4. Gib das Spielzeug häufig wieder zurück, damit Abgeben nicht automatisch Verlust bedeutet.
  5. Wenn der Hund zuverlässig freiwillig loslässt, führe kurz vor dem Loslassen das Signal „Aus“ ein. Steigere erst danach auf spannendere, sichere Gegenstände.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 8: Deckentraining
Lektion 8

Deckentraining

ZielDer Hund lernt, sich auf einer bestimmten Decke zu entspannen.

Eine feste Ruhezone hilft zu Hause, bei Besuch, im Büro oder unterwegs.

Decke als Ruheort

  1. Lege eine feste Decke oder Matte aus.
  2. Belohne zunächst jeden freiwilligen Kontakt mit der Decke.
  3. Belohne anschließend vier Pfoten auf der Decke.
  4. Warte auf freiwilliges Hinlegen und verstärke ruhiges Verhalten.
  5. Führe später ein Signal wie „Decke“ ein.
5–10 Min.
Pfoten Plan Übung 9: Impulskontrolle
Lektion 9

Impulskontrolle

ZielDer Hund lernt, nicht jedem Reiz sofort nachzugehen.

Impulskontrolle wird in kleinen, fairen Schritten aufgebaut – beispielsweise bei Futter, Türen und Spielzeug.

Geschlossene Hand

  1. Halte ein Leckerli in der geschlossenen Hand.
  2. Der Hund darf schnüffeln, bekommt es aber noch nicht.
  3. Sobald er sich kurz zurücknimmt oder dich ansieht, öffne die Hand.
  4. Gib das Leckerli ruhig frei.
  5. Steigere später mit sichtbarem Futter auf dem Boden.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 10: Alltagstraining mit Ablenkung
Lektion 10

Alltagstraining mit Ablenkung

ZielBekannte Signale funktionieren auch außerhalb des Wohnzimmers.

Hunde lernen stark situationsbezogen. Deshalb werden bekannte Übungen an unterschiedlichen Orten und mit schrittweise steigender Ablenkung wiederholt.

Drei Signale – drei Orte

  1. Wähle drei sichere Signale, z. B. Name, Sitz und Hier.
  2. Trainiere zuerst vor der Haustür.
  3. Wechsle anschließend an eine ruhige Straße.
  4. Übe später im Park mit größerem Abstand zu Ablenkungen.
  5. Wird es zu schwer, vergrößere die Distanz und vereinfache die Aufgabe.
5–10 Min. pro Ort
Vertiefung

10 zusätzliche Übungen

Die Übungen 11–20 übertragen das Training auf typische Alltagssituationen – vom Türbereich bis zur Hundebegegnung.

Pfoten Plan Übung 11: Handtouch
Übung 11

Handtouch

ZielDer Hund berührt deine ausgestreckte Hand freiwillig mit der Nase.

Der Handtouch ist ein freundliches Orientierungssignal und eignet sich zum Umlenken und Positionieren.

Nase an die Hand

  1. Halte deine offene Hand wenige Zentimeter seitlich vor die Nase.
  2. Schnuppert oder berührt der Hund die Hand, markiere sofort.
  3. Belohne aus der anderen Hand.
  4. Verändere langsam Position und Abstand.
  5. Führe später das Signal „Touch“ ein.
2–4 Min.
Pfoten Plan Übung 12: Warten an der Tür
Übung 12

Warten an der Tür

ZielDer Hund wartet ruhig, bevor er durch eine Tür geht.

Die Übung verbessert Sicherheit und Impulskontrolle: Ruhiges Warten öffnet die Tür, Drängeln nicht.

Tür öffnet sich bei Ruhe

  1. Stelle dich mit dem angeleinten Hund vor die geschlossene Tür.
  2. Öffne sie zunächst nur einen Spalt.
  3. Drängt der Hund vor, schließe sie ruhig wieder.
  4. Bleibt er kurz zurück, öffne weiter und belohne.
  5. Gib die Tür mit einem Auflösesignal frei.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 13: „Lass es“
Übung 13

„Lass es“

ZielDer Hund kann sich von einem interessanten Gegenstand abwenden.

Hilfreich bei Futterresten, Müll und anderen Dingen, die nicht aufgenommen werden sollen.

Abwenden lohnt sich

  1. Lege ein weniger attraktives Leckerli unter deine geschlossene Hand.
  2. Warte, bis der Hund aufhört zu stupsen oder zu lecken.
  3. Sobald er sich abwendet, markiere den Moment.
  4. Belohne mit einem besseren Leckerli aus der anderen Hand.
  5. Steigere später mit sichtbar liegendem Futter. Führe das Signal „Lass es“ erst ein, wenn sich der Hund in dieser Übung zuverlässig vom Gegenstand abwendet.
3–5 Min.
Pfoten Plan Übung 14: Orientierung trotz Ablenkung
Übung 14

Orientierung trotz Ablenkung

ZielDer Hund kann sich trotz leichter Umweltreize freiwillig wieder an dir orientieren.

Diese Übung baut die Brücke vom ruhigen Training zu anspruchsvolleren Alltagssituationen. Direkter, länger anhaltender Blickkontakt ist dabei nicht erforderlich.

Reiz sehen – zurückschauen

  1. Wähle einen Ort mit geringer Ablenkung.
  2. Lass den Hund einen Reiz kurz wahrnehmen.
  3. Warte auf einen freiwilligen Blick zurück zu dir.
  4. Markiere und belohne diesen Blick.
  5. Verringere die Distanz zum Reiz erst, wenn der Hund entspannt bleibt.
3–6 Min.
Pfoten Plan Übung 15: Nahe Position am Menschen
Übung 15

Nahe Position am Menschen

ZielDer Hund kann sich für kurze Strecken bewusst nah an deinem Bein orientieren.

Diese Position ist für enge, kurze Situationen gedacht – nicht als dauerhafte Fußarbeit.

Drei Schritte gemeinsam

  1. Belohne den Hund neben deinem Bein.
  2. Gehe einen Schritt und belohne wieder in derselben Position.
  3. Steigere auf zwei bis drei Schritte.
  4. Löse die enge Position danach bewusst auf.
  5. Baue nur kurze Sequenzen in den Alltag ein.
2–4 Min.
Pfoten Plan Übung 16: Ruhe bei Klingel & Besuch
Übung 16

Ruhe bei Klingel & Besuch

ZielDer Hund findet bei Türklingel und eintretenden Gästen besser zur Ruhe.

Ein alternatives Verhalten – zum Beispiel auf der Decke bleiben – bietet dem Hund eine ruhige Handlungsoption und kann hektisches Verhalten an der Tür reduzieren.

Klingel bedeutet Decke

  1. Trainiere das Deckensignal zunächst ohne Besuch.
  2. Spiele einen leisen Klingelton ab.
  3. Schicke den Hund auf die Decke und belohne dort.
  4. Steigere Lautstärke und Realismus schrittweise.
  5. Übe später mit einer bekannten Person als Testbesuch.
5 Min.
Pfoten Plan Übung 17: Körperpflege & Handling
Übung 17

Körperpflege & Handling

ZielDer Hund lässt kurze Berührungen an Pfoten, Ohren und Körper entspannt zu.

Kooperatives Handling kann Fellpflege, Krallenkontrolle und Tierarztbesuche erleichtern. Der Hund soll dabei möglichst Wahlmöglichkeiten haben und Pausen anzeigen dürfen.

Berührung ankündigen

  1. Berühre kurz eine unproblematische Stelle wie Schulter oder Brust.
  2. Belohne unmittelbar danach.
  3. Steigere langsam Richtung Pfote, Ohr oder Maulbereich.
  4. Pausiere bereits bei ersten Stress- oder Abbruchsignalen und gib dem Hund die Möglichkeit, die Interaktion zu unterbrechen.
  5. Baue Pausen ein, belohne freiwillige Kooperation und achte auf entspannte Körpersprache.
2–3 Min.
Pfoten Plan Übung 18: Entspannt ins Auto
Übung 18

Entspannt ins Auto

ZielDer Hund verbindet Einsteigen und kurze Autofahrten schrittweise mit Ruhe und positiven Erfahrungen.

Autofahren wird in kleine Schritte zerlegt: Annähern, freiwilliges Einsteigen, Verweilen, Motor und erst danach kurze Fahrten. Während der Fahrt muss der Hund mit einer geeigneten, korrekt befestigten Rückhalte- oder Transportlösung gesichert sein.

Auto in fünf Stufen

  1. Belohne ruhiges Annähern an das stehende Auto.
  2. Lass den Hund freiwillig ein- und wieder aussteigen; zwinge ihn nicht in das Fahrzeug.
  3. Verlängere die Verweildauer bei ausgeschaltetem Motor.
  4. Starte kurz den Motor, ohne loszufahren.
  5. Beginne danach mit sehr kurzen, angenehmen Fahrten.
5–10 Min.
Pfoten Plan Übung 19: Ruhige Hundebegegnungen
Übung 19

Ruhige Hundebegegnungen

ZielDer Hund kann andere Hunde wahrnehmen, ohne sofort hinzuziehen.

Ausreichender Abstand ist Teil des Trainings. Kurzes, ruhiges Wahrnehmen des anderen Hundes und die freiwillige Orientierung am Menschen werden belohnt.

Sehen und weitergehen

  1. Wähle einen Abstand, in dem dein Hund noch ansprechbar ist.
  2. Bestätige kurzes, ruhiges Wahrnehmen des anderen Hundes, ohne längeres Fixieren zu fördern.
  3. Belohne den Blick zurück zu dir.
  4. Gehe in einem kleinen Bogen weiter statt frontal vorbei.
  5. Vergrößere den Abstand frühzeitig, sobald dein Hund deutlich angespannter oder schlechter ansprechbar wird.
5–8 Min.
Pfoten Plan Übung 20: Nasenarbeit & Suchspiel
Übung 20

Nasenarbeit & Suchspiel

ZielDer Hund nutzt gezielt seine Nase und beschäftigt sich konzentriert mit einer Aufgabe.

Suchspiele bieten ruhige Auslastung und sind eine gute Alternative zu dauerhaft aufregendem Spiel.

Leckerli-Suche

  1. Lass den Hund sehen, wie du drei Leckerlis leicht sichtbar verteilst.
  2. Gib ein Suchsignal wie „Such“.
  3. Lass den Hund selbstständig mit der Nase arbeiten.
  4. Verstecke die Leckerlis nach und nach schwieriger.
  5. Beende das Spiel nach wenigen erfolgreichen Suchen ruhig.
5–10 Min.